Das Telefon klingelt und man fühlt Stress und hat schon so ein komisches Grummeln in der Magengegend… – kennt ihr das? So ging es mir heute mal wieder – und irgendwie bin ich froh dass ich diesen Anruf überstanden habe…

klingelingeling – der Stress hat einen schönen Klingelton!

Mittwoch, kurz nach dem Aufstehen klingelte schon das Telefon. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt eigentlich, und noch ungünstiger wenn man bedenkt dass es gestern wieder spät geworden ist, weil ich noch auf dem Sommerfest im P1, Münchens Nobelschuppen Nummer eins, war.

Auf dem Display von meinem Iphone stand eine komische Telefonnummer, kein Name, somit also konnte es vom Papst bis zum amerikanischen Präsidenten jeder sein, der sich hinter dieser Nummer verbarg. Ich ging ran, und bedauerte nach meinem „Hallo“ sofort, dass es nicht der Papst war.

Willensänderung am Taxistand

Am anderen Ende der Leitung war eine Frau die ich vor zwei Wochen bei einem nächtlichen Anflug von „ich mag nicht alleine alt werden“ im Hugos angesprochen hatte, und die mich an diesem Abend eigentlich nicht im entferntesten weiter gebracht hatte, aber dafür, Gentlemen der alten Schule, Ihre Rechnung mit übernahm um dann draussen vor der Tür von Ihr zu hören zu bekommen: „Es war ein langer Tag, ich will doch nicht mehr weiter ziehen, gib mir Deine Telefonnummer ich meld mich“.
Vollkommen bedröppelt über die Aussage gab ich meine Telefonnummer her, wir verabschiedeten und mit Bussi-links, Bussi-rechts, und schon war mein blonder Rauschegoldengel in einem Taxi verschwunden. Ich drehte auf dem Absatz um und ging wieder ins Hugo, wo es dann doch noch ein recht guter und langer Abend war.
Ich hatte die nächtliche Begegnung vor dem Taxistand schon lange vergessen oder verdrängt, aber nun, nachdem ich „Sie“ am Telefon hatte kam alles wieder in meine Hirnwindungen.

Carmen?

Nach den einleitenden Sätzen von ihr und den üblichen Floskeln kam sie auf den Punkt. „Wie war´s denn gestern im P1?“ fragte sie mit diesem komischen ironischen Unterton und einem hörbaren Grinsen. „Gut“ kam von mir als verdutzte Antwort – „wieso? Warst du auch da?“ – was schlaueres fiel mir so kurz nach dem Aufstehen nicht ein. „Nein“ entgegnete sie. Nachdem ich weder Watson noch Holmes heisse und Mrs. Marple auch nicht zu meiner Familie gezählt werden kann wollte ich nun Fakten – und die kamen auch: „Du hast dich zwei Stunden mit Carmen unterhalten…“ sagte sie… – Carmen, Carmen, hmmm…. Mag sein, dass die nette Damen die da an der Bar alleine lehnte Carmen hieß – ich hatte es vergessen – aber nachdem sie sie mir beschrieb musste es Carmen sein. „Ok, ja hab ich, und weiter?“ – DASS hätte ich dann lieber doch nicht gesagt denn wie ein sündiger Ehemann wurde ich nun in einen Wutanfall von der anderen Seite der Leitung verwickelt als ob ich inflagranti erwischt worden wäre – nun gabs Stress für meine Ohren und mein Hirn…

Einige Schimpftiraden später wollte ich mal den Grund des Anrufs und den Grund Ihrer verbalen Attacken ergründen – wobei einfach auflegen wahrscheinlich im Nachhinein betrachtet, besser gewesen wäre…

Kopfschmerzen wegen verwirrter Argumente

Ich hätte Carmen den Kopf verdreht und Carmen wäre ihre beste Freundin, und warum ich das gemacht habe, obwohl ich doch ein paar Tage (Anmerkung: es waren zwei Wochen!) vorher bereits ihr Kopf und Herz verdreht hätte – und was das alles überhaupt soll, und was ich mit meiner Casanova-Nummer denn schlussendlich bezwecken wolle.

Puhhh… nun dröhnte mein Kopf und ich glaubte dass dies nicht nur von dem Champagner gestern war, sondern weil mein Hirn nach dem Sinn dieses Anrufs suchte und sich damit um diese Uhrzeit kurz nach dem Wachwerden mehr als überfordert sah…

Meld dich wieder! Ähm… Nein Danke!

Ich kürzte das ganze dann schnellstmöglich ab, denn jegliche Diskussion hätte dieses psychisch anscheinend labile Mädel und / oder Ihre Freundin noch mehr in Rage gebracht – und bevor mir von dem ganzen Stress der keiner war und ist, weil ich ja weder irgendetwas gemacht hatte, oder mich sonstwie hätte rechtfertigen sollen, noch Pusteln von dem künstlichen Stress wachsen, bog ich das Gespräch in die Zielgerade. Am Schluss des Telefonats sagte sie noch, dass ich mich melden soll, wenn ich wieder Normal und zur Vernunft gekommen bin… – Ich? Gut, dachte ich mir, dann melde ich mich lieber gar nicht und mache demnächst einen weiten Bogen um diese Frau bevor noch irgendetwas Nasses, Flüssiges im Gesicht von mir oder einem Mädel in meiner Nähe bei einem meiner nächtlichen Streifzüge landen wird.

Im Handy hab ich die Nummer „zur Sicherheit“ eingespeichert, damit ich nicht mehr rangehe, wenn wieder ein psychotischer Anfall droht – meine Variante um Stress zu vermeiden. Als Namen hab ich in Erinnerung an den Münchner Stenz Monaco Franze „Elli“ eingetippt – Insider wissen warum! 😉

Über den Autor

echter und gebürtiger (!) Münchner, 35J., sportlich, sucht... - ja was eigentlich...? Je älter ich werde desto weniger weiß ich eigentlich was ich will aber umso mehr weiß ich was ich nicht will... Um diesen Spruch ein wenig mit Beträgen zu füllen blogge ich hier meine Erlebnisse im Münchner Single-Jungle, den VIP-Parties und die Hinter- und Abgründe warum mich meine Eltern immer wieder fragen: "Warum findest Du keine Frau?" Finden alleine ist es nicht, im Single-Mekka München, der Stadt in Deutschland wo nachweisslich die meisten Singles wohnen, wird man(n) schon fündig - und über dieses Finden und Erleben werde ich hier schreiben. Ich freue mich auf einen regen Austausch und Eure Kommentare!

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4 Responses

  1. Thomas

    Ich lese deine Beiträge immer wieder gerne. Sehr amüsant geschrieben! Kann ich vollkommen nachvollziehen wie ein Telefonanruf am Vormittag nervt. Ich verstehe ebensowenig die Frau was Sie sich genervt fühlt obwohl ja keine Beziehung vor liegt. Wenn man so etwas aufbauen will… war das wohl ein Schuss nach hinten. Die Frau sollte mal nachdenken wie sie mit einem „Unbekannten“ spricht und was Sie von einem neuen bekannten für Erwartungen stellt!

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  2. Laura

    Klingt ganz schon verrückt. Kein Wunder, dass München die Sinlge-Hauptstadt ist, bei solchen Frauen. 😉

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