Vor ungefähr zwei Jahren habe ich für einen Mann geschwärmt, der eigentlich überhaupt nicht zu mir passt: Von oben bis unten tätowiert, eine sehr freche „Schnautze“, immer in extrabreiten Hosen, T-Shirt und Chucks. Aber: Er hat mich zum Lachen gebracht, war charmant und überraschenderweise ein richtiger Gentleman. Wir kannten uns über die Arbeit und wir unternahmen hin und wieder etwas zusammen.

Hochzeitsnacht ohne Folgen

An einem Wochenende begleitete ich Ihn zu einer Hochzeit von Freunden. Wir hatten richtig Spaß auf dem Fest und ich war entsprechend in Flirt-Laune. Er allerdings nicht wirklich. Auf meine (dezenten) Annäherungsversuche hat Er überhaupt nicht reagiert. Erst im Taxi auf der Heimfahrt, legte Er plötzlich seinen Arm um mich und küsste mich sehr liebevoll. Gutes Timing! Nach dem Abschiedskuss an der Haustüre schickte Er mir noch eine SMS in der Er sich für den schönen Abend bedankt hat…10000 Schmetterlinge hatte ich im Bauch! Die haben sich allerding in den folgenden Tagen in unangenehme Kreaturen verwandelt, die mir die Laune gehörig verdorben haben. Der Grund: Er hat sich nicht mehr gemeldet und meine Nachrichtet ignoriert. Ich hatte einfach in diesen Kuss mehr hinein gesponnen als tatsächlich da war. Ernüchternde Erkenntnis! Männer!!!
An dieser Geschichte habe ich lange zu knabbern gehabt. Mochte Ihn ehrlich gern und wenn wir gemeinsam Dienst hatten, lag immer eine gewisse prickelnde Spannung in der Luft – was auch von den Kollegen wahrgenommen wurde. Doch nach dieser „Hochzeitsnacht“ trafen wir uns nicht mehr privat und haben auch nie wieder über dieses Thema gesprochen. Nach einigen Wochen Liebeskummer (war nicht so lustig!) habe ich das Interesse an Ihm verloren und Er wurde für mich einfach zu einem netten Kollegen.

Warum es besser ist den Mund aufzumachen

Vor circa 2Monaten meldete Er sich plötzlich wieder…ob ich nicht Lust hätte mit Ihm ein Wochenende in die Berge zu fahren. Wir hatten zwar hin und wieder Kontakt via whatsapp – aber gesehen haben wir uns das letzte Mal vor über einem Jahr. Daher war ich doch überrascht von seinem Vorschlag. Da wir keinen Termin finden konnten der beiden passt, hat sich die geplante Aktion im Sande verlaufen. Heute Morgen dann wieder eine Nachricht von Ihm: ob ich dieses Wochenende Zeit hätte? Er bräuchte dringend „Tapetenwechsel“.  Auf meine Frage was denn los sei, beschwerte Er sich über die Frauen: „Ich habe so das Gefühl, dass die Frauen nur Spaß haben und frei sein wollen. Das reicht mir aber nicht. Hab keinen Bock mehr auf das Singleleben.“ GENAU MEIN THEMA – nur mit den Männern…also schickten wir uns gegenseitig motivierende Nachrichten – und mir hat es irgendwann die Sprache verschlagen. Schreibt der mir nach 2 Jahren (!!!!!!!!!!!!) dass Er an mir interessiert gewesen ist, sich aber nicht getraut hat, weil ich den Eindruck vermittelt hätte, dass ich kein Interesse an Ihm habe – KOMPLIZIERT! Ich war ehrlich fassungslos! So kann es gehen wenn man nicht klar miteinander spricht! Zudem wundere ich mich, dass meine Signale SO missverständlich waren…gibt mir doch zu denken…

Schade…Zeitpunkt verpasst…

Über den Autor

weiblich, knapp über 30, Eliteuniversität, selbstständig, Gelegenheitsmodel, bodenständig, so könnte auch ein Roman anfangen, denn die Voraussetzungen waren eigentlich exzellent als ich vor etwa einem Jahr als zuversichtlicher Single nach München gezogen bin. München gilt deutschlandweit als Hauptstadt der Singles. Liebling der (Schein-)Reichen und Schönen. Bekannt für oberflächliche „Bussi-Bussi“ Begegnungen und unverbindliche Flirts. Trotz meiner Vorkenntnisse die Münchner Szenegesellschaft betreffend, dachte ich: So schwer kann es ja nicht sein in Deutschlands Singlehauptstadt einen charmanten Mann kennenzulernen. Mein Fazit nach einem Jahr: da habe ich mich schwer getäuscht. Und wurde getäuscht. Vom schönen Schein und schönen Worten. Man(n) mag mir Naivität vorwerfen. Doch es ist schlichtweg mangelnde Erfahrung in der Welt der Szene-Singles in München. Gestattet mir etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern: Über die fruchtlosen Balz-Rituale und das Show-Gehabe in Münchens In-Locations und was mir in der Weltstadt mit Herz noch so alles passiert.

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