Nun ist es soweit… Es hat mich erwischt! Leider nicht im positiven Sinne, sondern volle Breitseite in die Magengegend – der gefürchtete Single Blues. Regen, Tränen, schlechte Laune und ich mittendrin statt nur dabei!

Von Erinnerungen erdrückt

Eigentlich weiss ich gerade selbst nicht was mit mir passiert ist. Vor 4 Wochen war die Welt noch in Ordnung. Ich war zurückgekehrt nach München. Gut nur für zwei Wochen, die ich auf einer beruflichen Weiterbildung war, aber immerhin. Ich quartierte mich bei einer Freundin ein, wir schmiedeten Pläne für die After-Work-Time, und mussten feststellen, dass auch der Tag in München nur 24 Stunden besaß. Das Wetter 32 Grad und Sonnenschein – und auch ich strahlte…. Essen in der L’Osteria mit Tim Mälzer als Tischnachbar, a Maß Bier und Brezn im Englischen Garten, shoppen in der Maximilianstraße und natürlich mein über alles geliebter Augustiner Keller. Ja ich war wieder daheim, erlebte die Schickeria aus einem ganz anderen Blickwinkel – und der war plötzlich gar nicht mehr so schlecht.

Prinz auf der Mattscheibe inklusive

Auch meine Ausstrahlung schien anziehend…. Ein Flirt jagte den nächsten. Mein persönliches Highlight trat ganz Saturday-Night-Like in mein Leben. Ein gutaussehender TV-Moderator flirtete hemmungslos in der 089 Bar mit mir, bis die Sonne bereits hell am Himmel stand. Wir verabschiedeten uns und tauschten Nummern aus. Nicht im Traum habe ich daran gedacht, dass wir uns daten würden. Kannte ich solche Typen doch noch aus meiner Zeit bevor ich mit meinem Ex-Freund ein solides Partnerschaftsnest gebaut hatte. Doch eh ich mich versah, hatte ich bereits Sonntag Mittag die erste Nachricht. Was folgte war eine Woche wie im Traum. Drei weitere Dates, nette Dinner, lustige Konversation, hemmungslose Flirterei und ein paar harmlose Küsse. Via Facebook hätte ich an dieser Stelle den Gefällt-mir-Button für mein Leben geklickt 😉

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei…

Aber für mehr reichte es leider nicht… Es war ein Sommerflirt, entfacht durch meine lockere und ausgeglichene Stimmung, die aber schon sehr bald einen Tiefpunkt erreichte. Was genau der Auslöser dafür war kann ich nicht sagen. Zufrieden und wie durch einen Jungbrunnen belebt fuhr ich nach den zwei Wochen wieder zurück in meine Heimatstadt, bzw. in mein altes – neues Zuhause. Beruflich auf der Überholspur konnte mich und meine Stimmung nichts bremsen… Dachte ich!

Wie von Geisterhand schlug plötzlich alles um. Der Single Blues kündigte sich an! Freunde cancelten Verabredungen, Stress und Ärger mit Kollegen, ich zog mir einen Bänderriss am Knöchel zu, konnte somit fortan nicht mehr meiner neuen Leidenschaft dem Golfspielen nachgehen und dazu wurde das Wetter schlechter und grauer. Und während ich so meinen Fuß in Eis ertränkte und mit einem schweigenden Handy neben mir aus dem Fenster in die Dunkelheit schaute, geschah es….

Single Blues par ex­cel­lence

Ich bekam Zweifel! War die Rückkehr vor einigen Monaten die richtige Entscheidung? Unendlich einsam mit einem Gefühl von Traurigkeit schwelgte ich in Erinnerungen an München. Wäre ich jetzt dort, hätte mich der gefährliche Single Blues Virus dann nicht erwischt?

Und was, wenn ich meinen Traummann hier draußen im idyllischen Nirgendwo niemals treffen werde?

Krabben oder Bierkrug

So bin ich also kurz vor der Wiesn dabei meine Lebensentscheidungen anzuzweifeln. Herzlichen Glückwunsch Marie! Während ganz München sich Gedanken über das Dirndl und Lederhosen Outfit 2012 macht und sich auf die Wiesn vorbereitet, denke ich mit einem fetten Kloß im Hals über mein Leben nach… Doch eben dann, ertönte „Follow rivers“ neben mir und strahlend blaue Augen blinkten auf meinem Handy – Sweety Blue Eyes! Ich greife zum Hörer und noch bevor ich ihn ausgiebig über meine Stimmungslage informieren kann ruft er aufgeregt: „Hast Du mal Lust etwas anderes als die Wiesn zu erleben? Ich hab ne Einladung zum Surf-Weltcup nach Sylt… Hast Du Lust?“

Smarte Surferboys, Jever und Flip-Flops statt Lederhosen-Machos, Maßkrug und Pumps? Eine Entscheidung, die ich nicht nur meinem lädierten Fuß überlassen werde 😉

Über den Autor

Mitte 30, attraktiv, erfolgreich mit einem tollen Freund an meiner Seite, genoss ich bisher mein Leben in der Münchner Szene. Nach vier Jahren, so glaubte ich, war es an der Zeit mit unserer Partnerschaft zur nächsten Ebene überzugehen. So stellte ich, trotz konservativer Einstellung, die Frage aller Fragen. Und erhielt... Keine Antwort! Warum also weiter Zeit verplempern? Ich zog meine Konsequenz und stürzte mich kopfüber in mein neues Leben. Eine kleinere Stadt, bekannte Gesichter und weniger Oberflächlichkeit, das wünschte ich mir nach den Jahren in Downtown München. Somit machte ich mich Ende 2011 auf den Weg zurück in meine Heimatstadt. Fern der Schicki-Micki Gesellschaft, aber dennoch nah genug um immer noch dabei zu sein. Leider stellte ich ziemlich schnell fest, dass die Idylle der Stadt, die Freundlichkeit und die Männer auch hier eine enorme Wandlung durchlebt haben. Liegt die Oberflächlichkeit also vielleicht gar nicht an der Großstadt? Auf der Suche nach Antworten und wie ich mein Projekt „Back to the Roots“ in Münchens Umgebung meistern werde, und natürlich die Frage, wie viele Frösche ich bis zu meinem Traummann noch küssen muss... möchte ich hier gern mit Euch teilen.

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Eine Antwort

  1. Jürgen Schnappinger

    so ist das leben, man hat gute als auch schlechte zeiten aber gerade das macht das leben so interessant finde ich

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