Da ich bis vor kurzem immer noch nicht wusste, was ich an meinem langen Pfingstwochenende anstellen sollte, ließ ich mich spontan auf ein spannendes Wochenende in den Hessener Alpen ein. Ein paar Freunde aus dem hohen Norden, sprich NRW, planten ein Wochenende in Willingen. Hessens Skiort Nr. 1 und mit knapp 7000 Einwohnern, das Kitzbühel der Holländer, in den an jedem Wochenende über 6000 feier-wütige Fußball-, Kegel- und Schützenvereine, Junggesellen- und Jungesellinnenabschiede und spassorientierte Frauen- und Männergruppen pilgern. Hatte ich mir das als gebürtige Umland-Münchnerin auch gut überlegt? Nein überlegt nicht, sondern einfach mal spontan sein, warum also nicht?

Planung mit Hindernissen

Geplant war ein ausgewogenes Frauen/Männer-Verhältnis. 2 Pärchen sollten dabei sein und 4 Singles (2 Frauen, 2 Männer). Leider kam es dann doch anders als wir dachten. Ein Single-Männchen hatte sich kurz vor der geplanten Abfahrt krankgemeldet, wodurch die perfekte Ausgangssituation ins Wanken geriet. Mit gemischten Gefühlen begab ich mich also am Samstag vor Pfingsten auf die Reise, ins schöne Hessen und der legendären Hütte von Siggi entgegen. Unerwartet lustig und unkompliziert war das erste Aufeinander Treffen der Gruppe. Meine Freunde hatten nicht zuviel versprochen, die Leute die ich nicht kannte, waren genau meine Wellenlänge.

Also stand einem lustigen Wochenende nichts mehr im Weg. Auf ging es in eine Party-Wochenende der ganz besonderen Art.

Après-Ski Feeling in Hot Pants

Wer noch nie in Willingen war, kann sich kaum vorstellen was dort „abgeht“.

Meine kühnsten Vorstellungen wurden übertroffen als wir mit der Gondel (!!!) zu Siggi’s Hütte auf den Ettelsberg fuhren. Party-Feeling vom Feinsten war dort angesagt. Menschenmassen, Après-Ski Musik, grölende Männertruppen, wild gewordene Frauen, 10-Liter Bierfässchen auf den Tischen, knutschende Pärchen auf dem Rasen… Hilfe, nüchtern betrachtet war das Spektakel schon ziemlich primitiv anzuschauen. Aber als Ischgl- und Sölden erprobter Après-Ski-Fan gestehe ich, mit den richtigen Leuten an der Seite, wird man schnell mitgerissen und feiert in der Gemeinschaft mit. So leerten wir eine Sektflasche von Siggis Hausmarke nach der anderen und sangen mit Helene und Jürgen im Duett. Lustige Kontakte mit dem anderen Geschlecht waren an jeder Ecke inklusive und ich realisierte langsam, das ein Wochenende im Partyrausch eine willkommene Abwechslung zu meinem eintönigen Singledasein war.

Meine erste Talfahrt – ohne Ski!

Nach einigen kurzweiligen Stunden auf der Sauerländer Party-Alm, machte sich unsere Gruppe auf zum Abstieg… via Gondel.  Mit Taxi zurück in die Pension, Hot-Pants und T-Shirt gegen Disco-Outfit getauscht und ab ins Dorf-Restaurant. Kurz den Nahrungsspeicher aufgefüllt, um ziemlich schnell auf die nächste Bar zuzusteuern, wo der nächste Prosecco uns bereits freudestrahlend empfing. Bisher also ein perfekter Tag, doch plötzlich spaltete sich unsere Gruppe aus verschiedenen Gründen… Dem Einen war es zu warm, der Andere wollte sich wegen seiner Rauchgewohnheiten in der Nähe der Tür aufhalten, das eine Pärchen fühlte sich nach dem Essen nicht gut und wollte heim…. Ein typisches Hin-und-Her worauf eigentlich kein Mensch Lust hat, erst recht nicht wenn man Single und in Party-Stimmung ist!

Bochum ich komm aus dir….

Doch die Sorge war unberechtigt, denn zwei attraktive Frauen bleiben in einem Partyort mit Männerüberschuss nicht lang allein. Meine Freundin und ich haben uns also ein paar Meter von unserer unentschlossenen Gruppe entfernt und wurden sofort von zwei attraktiven Männern in Beschlag genommen, und an die Theke entführt. Stefan und Guido aus Bochum punkteten durch nette Komplimente und einen niedrigen Alkohollevel. Leider entging uns das gelbgoldene Blinken am Ringfinger der Männer nicht, und holte uns ziemlich schnell auf den Boden der Singletatsachen zurück. Die Beiden, sehr angetan von meiner Freundin, begannen nach dem ersten sympathischen Eindruck, ihr Balzritual in voller Bandbreite durchzuführen. Mich widerte das Gehabe an, meiner Freundin schien es zu gefallen und somit überliess ich ihr das Spielfeld.

 Augen so blau wie ein Bergsee

Gelangweilt schaute ich also in die Menge, nippte an meinem Prosecco und beobachtete das für mich ungewohnte „Treiben“ bis… ich an zwei strahlend blauen Augen hängen blieb. Wow, was für ein Lächeln…. Gerade mal zwei Meter von mir entfernt stand ER und strahlte mich an. Mittelblond, gutaussehend, einzigartiges Lächeln, aber meiner Einschätzung nach extrem jung. Doch sein Lächeln hatte das gewisse Etwas und somit lächelte ich verlegen zurück. Mit leichtem Kribbeln im Bauch begannen wir miteinander zu flirten bis er sich in unsere Runde gesellte und Stefan aus Bochum mit folgenden Worten auf die Schulter tippte: „Wenn ich mal ehrlich sein darf, du und dein Kumpel ihr seid echte Glückspilze. Die zwei attraktivsten Frauen an eurer Seite… ich meine ihr habt echt Glück gehabt heute Abend!“, dabei liess er mich nicht aus den Augen. Ich fand es süss, Stefan nicht. Er sah ihn als Feind in seinem Jagdrevier und prollte zurück: „Hey Milchbubi, kann ich irgendwas für dich tun? Wenn nicht, dann mach die Biege, das hier ist Männersache!“ Oh mein Gott, ich glaube tiefer sinken konnte der Ruhrpott-Chauvi in meiner Anerkennung nicht. Mein Sweety Blue Eye war sichtlich geschockt und nahm sofort Abstand. Nun war es an der Zeit zu handeln….

 

Lesen Sie hier die anderen Teile des 4-teiligen Blogs:

Teil 1: Herzklopfen und Après-Ski-Feeling in den Hessener Alpen

Teil 2: Herzklopfen und Après-Ski-Feeling in den Hessener Alpen

Teil 3: Herzklopfen und Après-Ski-Feeling in den Hessener Alpen

Teil 4: Herzklopfen – Teil 4: Eine Münchnerin in Hamburg, verliebt und um viele Erkenntnisse reicher

Über den Autor

Mitte 30, attraktiv, erfolgreich mit einem tollen Freund an meiner Seite, genoss ich bisher mein Leben in der Münchner Szene. Nach vier Jahren, so glaubte ich, war es an der Zeit mit unserer Partnerschaft zur nächsten Ebene überzugehen. So stellte ich, trotz konservativer Einstellung, die Frage aller Fragen. Und erhielt... Keine Antwort! Warum also weiter Zeit verplempern? Ich zog meine Konsequenz und stürzte mich kopfüber in mein neues Leben. Eine kleinere Stadt, bekannte Gesichter und weniger Oberflächlichkeit, das wünschte ich mir nach den Jahren in Downtown München. Somit machte ich mich Ende 2011 auf den Weg zurück in meine Heimatstadt. Fern der Schicki-Micki Gesellschaft, aber dennoch nah genug um immer noch dabei zu sein. Leider stellte ich ziemlich schnell fest, dass die Idylle der Stadt, die Freundlichkeit und die Männer auch hier eine enorme Wandlung durchlebt haben. Liegt die Oberflächlichkeit also vielleicht gar nicht an der Großstadt? Auf der Suche nach Antworten und wie ich mein Projekt „Back to the Roots“ in Münchens Umgebung meistern werde, und natürlich die Frage, wie viele Frösche ich bis zu meinem Traummann noch küssen muss... möchte ich hier gern mit Euch teilen.

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