Es gibt keine Jahreszeit (außer der Wiesn) die die Münchner so schlagartig und schnell feiern wie den Frühling in München!

Während gestern noch dick eingewandete griesgrämige Menschen vor sich hin stapften ist beim ersten Frühlingserwachen die Stadt wie ausgewechselt. Die Strassencafes und Biergärten platzen fast, denn irgendwie will jeder nur noch „raus“ – und mit diesem Drang „raus“ zu wollen wird unweigerlich der Platz hierfür wieder knapp – sowohl im Biergarten, als auch am Parkplatz und somit auch auf der Straße…

Für Fremde, Isar-Preissn und andere Menschen aus München die in der Isarmethropole nicht geboren sind, muss es befremdlich wirken was für eine Cabrio-Schwemme München Jahr für Jahr zu bieten hat, man meint förmlich diese Autos ohne festes Dach werden entweder in München gebaut ( was sogar teilweise stimmt) aber auch die Zuffenhausener Open-Air Varianten bevölkern die Straßen zwischen Pasing und Milbertshofen so dermaßen dass mit dem ersten Sonnenstrahlen und Temperaturen über 20 grad zwar die Laune kurzfristig steigt, aber dann im Stau beim anstehen für den Parkplatz zum Biergarten, Flaucher oder – aufgrund der zwei jungen Eisbären nun gänzlich überlaufenen – Tierpark Hellabrunn.

Leider ist diese Stadt mittlerweile nicht mehr für seine Einwohner ausgelegt, es wohnen immer mehr Menschen in München, die Strassen und Parkplätze haben sich allerdings in den letzten Jahren eher zurück entwickelt und dennoch ziehen immer mehr Menschen hier her, auch wenn der Wohnraum in München schön langsam knapp wird… – aber in Zeiten von Rückbauten von Fahrspuren in der Leopoldstrasse wird natürlich die Schlange derer die sich durch drängeln immer länger was natürlich dann wiederum die Laune erheblich sinken lässt. Vorallem wenn man weiß dass man zwar jetzt im Stau steht, aber gleich im Münchner Seehaus wieder in einer langen Schlange steht – und zwar vor dem Parkplatz, um dann wenn man noch einen Platz für sein Gefährt ergattern zu können gleich wieder im Stau zu stehen, und zwar an der Getränke- und Essensausgabe…

Wenn dann die Sonne langsam untergeht, dann geht das Schauspiel wieder von vorn an, Stau aus dem Parkplatz raus, Stau auf dem mittlereren Ring um dann irgendwann total genervt zu Hause anzukommen…

Ich kann die Versuche von Menschen durchaus verstehen die dann an solchen Tagen aufs Land flüchten wollen und ihr heil in Starnberg, Herrsching oder am Tegernsee suchen – aber die machen dies auch nur ein-zwei mal, denn auch diese Orte im Speckgürtel von München sind restlos am Limit, und wenn am Wochenende die Einwohner der Millionenmethropole an der Isar dann auch noch in Scharen kommen kollabieren sie auch…

Nach so einem Wochenende begibt sich der Münchner dann am Montag morgen wieder in die Arbeit, aber nicht ohne vorher – sie ahnen es – am Montag morgen wieder im Stau zu stehen…

Vielleicht haben deswegen so viele Münchner ein Cabrio damit sie überhaupt was von der Sonne mitbekommen wenn sie überall und immer im Stau stehen…

Frühling in München, das ist wenn die Porsche im Münchner Stadtverkehr-Stau zum offenen Verdeck noch Winterreifen auf schwarzen Alufelgen tragen…

Über den Autor

echter und gebürtiger (!) Münchner, 35J., sportlich, sucht... - ja was eigentlich...? Je älter ich werde desto weniger weiß ich eigentlich was ich will aber umso mehr weiß ich was ich nicht will... Um diesen Spruch ein wenig mit Beträgen zu füllen blogge ich hier meine Erlebnisse im Münchner Single-Jungle, den VIP-Parties und die Hinter- und Abgründe warum mich meine Eltern immer wieder fragen: "Warum findest Du keine Frau?" Finden alleine ist es nicht, im Single-Mekka München, der Stadt in Deutschland wo nachweisslich die meisten Singles wohnen, wird man(n) schon fündig - und über dieses Finden und Erleben werde ich hier schreiben. Ich freue mich auf einen regen Austausch und Eure Kommentare!

Ähnliche Beiträge

4 Responses

  1. Janett

    Hallo Alex,

    den Beitrag fand ich spannend zu lesen. Er nimmt eine interessante Wendung an – zumal man erst erwartet, dass Du von tollem Blütenduft und Sonnenbädern in einer unheimlichen Idylle schwärmen wirst. Dem ist ja dann nicht so. Aber ich kann Dein Empfinden nachvollziehen und finde es gut, dass Du es einmal ansprichst.

    Ich komme aus Hamburg und hier ist es ähnlich. Die Stadt wird voller und voller und das, was schön ist, hat man keinen Moment mehr für sich allein. Allerdings habe ich auch bemerkt, dass es gar nicht unbedingt stimmt, dass es keine Rückzugsorte gibt. Wenn man die Augen aufmacht und sich mal auf die Suche begibt, wird man doch manchmal von interessanten Orten überrascht, die andere mit den Scheuklappen nicht sehen. Das wiederum ist toll. Und so hat plötzlich auch eine Großstadt ihren Charme, wenn man ihn zu finden weiß. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Janett

    Antworten
    • Julia

      Toller Artikel! Vor allem gefällt mir deine Schreibweise. Ich denke, es ist in allen Großstädten ähnlich – dennoch lieben wir es dort zu wohnen, nicht? 😉
      Man muss einfach wissen, wo man sich zurückziehen kann. Ich komme aus Wien und es gibt da schon so manch schönes Fleckchen, wo man entspannen kann.

      Antworten
  2. Melanie

    Oh ja, ich liebe den Frühling. Am Wochenende schön mit Freunden im Biergarten sitzen und die ersten Sonnenstrahlen genießen 😉

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.